Nicht auf meine Pasta

Foto: Symbolisch für den Skandal bei der Milchkuhhaltung / Hans, Pixabay

Eine Undercover-Recherche zeigt qualvolle Bedingungen auf, unter welchen Milchkühe aus den bekannten italienischen Käseorten Parmesan und Grana Padano leben. Aus diesem Anlass muss das «System Grana Padano» definitiv hinterfragt werden.

Die beiden Hartkäse-Sorten Parmesan und Grana Padano dürfen nur in bestimmten Gegenden in Italien hergestellt werden: Grana Padano in der gesamten Po-Ebene, Parmesan nur in einem Teil davon. Mit, gemäss Albert-Schweitzer-Stiftung, 40 Prozent Anteil an der gesamten italienischen Milchproduktion ist die Herstellung der beiden Käse ein wichtiger Pfeiler dieser Industrie.

Die Tierschutzorganisation Compassion in World Farming (CIWF) legte nun schreckliche Aufnahmen aus den Milchkuhbetrieben offen und startet mit der Albert Schweitzer Stiftung eine länderübergreifende Kampagne gegen die Herstellenden.

«Es ist immer wieder erschütternd zu sehen, wie die Tiere leben müssen, die hinter der Produktion angeblich hochwertiger Lebensmittel stehen. Im Fall von Parmesan und Grana Padano klaffen das Image der Produkte und die Realität der Lebensbedingungen weit auseinander.»

Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer Albert Schweitzer Stiftung

Der Tierschutzskandal

Filmmaterial ist von neun Betrieben vorhanden. Darauf zu finden sind stark unterernährte Milchkühe, welche in ihren eigenen Exkrementen liegen. Dies in stark eingeengten Ställen ohne Zugang nach draussen, wobei ihnen viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen verwehrt bleiben.

In einem Statement zum Tierwohl zeigt Grana Padano kein Verständnis für die Art und Weise der Undercover-Recherche. Dabei geht die Argumentation auch darauf hinaus, dass es den Kühen auf grünen Weiden nicht besser gehen würde.

«… haben sich auf nur neun Betriebe konzentriert, in denen das Wohlergehen der Tiere tatsächlich zu kurz kommt, um ein System aus etwa 8000 Höfen zu beschreiben …»

Zeitgleich erwähnen und setzen die Hartkäse-Vertreibenden auf ein neues Logo: «Il nostro Latte» (Unsere Milch). Dieses ist mit diversen Haltungsvorschriften und mehr Transparenz verbunden. Viel mit den angesprochenen Problematiken hat dieses jedoch nicht am Hut.

Italienischer Hartkäse – Waldrebell, Pixabay 

Kampagne «Nicht auf meine Pasta»

Die Forderungen von CIWF und der Albert Schweitzer Stiftung sind folgende: Weidegang für die ungefähr halbe Million Milchkühe von den Erzeugern Parmesan und Grana Padrano und eine allgemeine Verbesserung der Haltungsbedingungen. Konkret haben die Organisationen einen Online-Appell mit einer Ein-Jahres-Frist an die Konsortien der Produzenten gestartet. Minimalziel ist hierbei, dass die Kühe 100 Tage im Jahr Weidegang erhalten, die qualvolle Anbindehaltung verboten und andere Haltungsprobleme ebenfalls im Programm angegangen werden.

Zurück zum Schweizer Sbrinz?

Eine Alternative zu dem italienischen Parmesan und Grana Padano liegt auf der Hand: Der Schweizer Hartkäse Sbrinz. Dieser hat seinen Preis, ist aber definitiv mit besserem Gewissen zu verzehren. Wer beim Tierwohl auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch auf diverse vegane Käse zurückgreifen.

Albert Schweitzer Stiftung

Quellen:
www.albert-schweitzer-stiftung.de – Albert Schweitzer Stiftung
www.granapadano.it – Statement Grand Padano

Meine Quelle: umweltnetz-schweiz

 

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